Montag, 30. April 2012

Der, die, das Wollknäuel....

Mit Wolle kenne ich mich ja ein wenig aus dank meinem Hobby.

Es gibt weiche, kratzige, dicke, dünne, schwere, leichte und das ganze zu allem Übel auch noch in allen möglichen Farben und Preisen.

Als Kind habe ich es geliebt Knäuel zu wickeln aus Strängen, die meine Oma weiterverarbeiten wollte. Ein Hassjob war Stranghalter sein zu müssen wenn grad mal wieder die Wollhaspel voll war.
Man bekam den Wollstrang auf die Hüftbreit vor der Brust auseinandergehaltenen Arme und stand dann solang da bis der Strang gewickelt war. Wahlweise wär auch die Lehne von einem Stuhl gegangen, nur ist die nicht so flexibel, wie Mensch und geht mit.
Die Arme wurden immer schwerer und spätestens nach dem ersten Strang ist man geflüchtet.

Manchmal durfte ich auch Spulen wickeln.
Dafür gab es so lustige spitz zulaufende Konen, die auf den Spulenwickler gesteckt wurden um dann gleichmäßig kurbelnd die Wolle da drauf zu wickeln.
Das war wichtig , denn zum stricken mit der Maschine brauchte man Konen. Diese wurden hinter die Maschine gestellt in eine sogenannte Fadenführung gefädelt und wickelten dann gleichmäßig ab während des Strickens.

Heute wickle ich am liebsten selber Stränge nach dem Spinnen auf meiner Haspel, einfach weil sie so hübsch anzusehen sind.
Wenn alles fertig ist kommt ein selbst entworfenes Schildchen dran mit Daten des Werkes, denn zum einen weiß ich ja nach ein paar Monaten garnicht mehr, was ich da hergestellt hab und zum anderen verschenke ich auch manchmal was und da möchte ich schon die wichtigsten Daten dazugeben.

Gekaufte Knäuel sind immer eine Überraschung.
Manchmal haben sie Knoten drin, was natürlich mitten im Strickstück reichlich ärgerlich ist.
Sockenwollknäuel kann man nicht immer ohne Wirrwar von innen abstricken was jedoch sehr wichtig ist, wenn man wie ich es mittlerweile mache 2 Socken gleichzeitig strickt auf einer Rundstricknadel.
Mir ist es auch schon untergekommen, dass mitten im Knäuel die Farbe ganz anders war, als aussen.

Trotz dieser Tatsachen und obwohl ich zig Kilogramm Wolle in meinem Haus lagere zieht mich doch jedes Wollgeschäft magisch an.
Es ist wie in einem Paradies zu sein.
Wolle in allen Formen (siehe oben).
Fühlen, riechen (ja tatsächlich es gibt Parfümierte Wolle), lesen und evtl. in guten Geschäften auch anstricken dürfen.
Zeitschriften und Zubehör stöbern, all das macht mich glücklich und zufrieden.

Ich könnte hier daheim in Wolle baden.

Manchmal, wenn ich down bin gehe ich in mein Atelier einfach nur mal meine Wolle ansehen und streicheln und vor mich hinträumen, was ich wohl als nächstes stricke von meiner ellenlangen Liste.
Nach diesen Momenten bin ich glücklich und zufrieden mit dem was ich habe und bisher erreicht habe.




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