Sonntag, 20. Mai 2012

Anderer Leute Hobby.....

Menschen wie Frau S. haben Hobby's.

Das soll es tatsächlich noch geben, dass man sich in der knappen Zeit, die einem zwischen 2 Arbeitseinheiten, ein wenig Schlaf, Haushalt und Kinder noch die Ruhe nimmt für die Freizeitgestaltung.

Flexibel schieb ich hier und da mal ne Strick-,Spinn-,Nährunde ein.
Das notwendige Handwerkszeug immer griffbereit in der Nähe.

Bei anderen wird die Zeit des Hobby's vorgegeben, durch Sendezeiten bzw. Spielzeiten.

Na klar, sie haben schon längst erfasst, dass ich von Fussball spreche/ schreibe.

Regelmässig rotten sich dann Horden von Menschen zusammen, um gemeinsam die Spiele zu verfolgen.

Im Hause S. war das Interesse für diesen Sport schon vorhanden, als der Herr S. noch klein war, da spielte er nämlich in einem richtigen Verein, damals hoch oben an der Küste des Landes.

Mittlerweile spielt er nur noch zur Gaudi einmal die Woche mit den Kollegen. Ist hinterher immer sehr zufrieden und bringt auch jedesmal ein oder zwei, drei Andenken in Form von blauen Flecken, dicken Daumen, verdrehtem Fuß oder anderen unangenehmen Dingen mit.

Der Sohn des Hauses spielte ab Kindergartenalter auch für eine gewisse Zeit in einem hiesigen Verein Fussball.
Dies ging auch relativ gut.

Nachdem aber der Mitglieds-Beitrag immer mehr stieg, proportional zum Abfall der Bereitstellung der Trainer. Die Fahrten zu Auswärtsspielen immer mehr zunahmen und es kaum mehr ein Wochenende ohne Fussball und mitten in der Nacht aufstehen gab.

Der Herr S. zu guter Letzt auch noch den Trainer machen musste, fand die Frau S. dies nicht mehr so toll und wir setzten uns an einen Tisch und klärten das ganze ab, dabei kam heraus, dass eigentlich der Sohn gar keine Lust mehr hat zu all dem ganzen und der Mann auch nicht. So wurde diese Episode beendet.

Finde ich im nachhinein richtig gut, denn was ich sporadisch so höre von den Zuständen die mittlerweile hier im hiesigen Verein herrschen und den Unsummen, die zur Zeit von den Mitgliedern gezahlt werden müssen, hat das nichts mehr mit Freizeitsport zu tun.

Das sollte jedem zugänglich sein und nicht nur Kindern gut verdienender Eltern. Klar gibt es sicherlich nen Fördertopf irgendwo, aber es ist ein Unding, dass Kinder-Sport an die 200 € monatliche Kosten verursacht mit allem Drum und Dran.

Auch finden es viele Kinder ganz sicher toll sich mit anderen bei Wettkämpfen zu messen, ich sehe das ein wenig differenzierter.

Warum sollen Kinder schon von klein auf Leistung bringen müssen?
Das geht eben oft schon im Kindergartenalter los, zieht sich über die gesamte Schulzeit hin und setzt sich im Berufsleben fort.

Immer ist ein gewisser Leistungsdruck vorhanden, der nahezu niemanden zur Ruhe kommen lässt. Gesundheitlich und gerade auch für die Psyche nicht so der bringer.

Und deshalb auch kein Wunder, dass so Sachen wie Burnout zunehmen.

Sicherlich sehen das einige von Ihnen ganz anders, denn es gefällt den Kindern ja sich mit anderen zu messen.
Jedoch ist das tatsächlich so?

Höre ich da nicht oft genug nebenan in der Nachbarschaft gestöhne, wenn es heisst, dass jetzt zum Training gefahren wird.
Die Kinder quengelig bis zum gehtnichtmehr sind, wenn sie losmüssen.
Sehe ich da nicht oft genug gestresste Mütter, die ihren Nachwuchs auch noch Kilometerweit mehrmals die Woche hinkutschieren.
Jammern anschließend, dass sie ja ach so gestresst sind.

Ganz ehrlich, da höre ich mittlerweile nicht mehr hin, denn jeder ist seines Glückes Schmied, wenn es um Entschleunigung geht.

Von Umweltverschmutzung will ich da garnicht reden.
Das Gewissen derer ist ja mit gekauften Bio-Produkten aus der Region wieder aufgebügelt.

So bin ich ganz froh, dass hier im grossen weissen Haus manchmal die Männer sich aufmachen zum Fussball im Fernsehen schauen.
Das ist ihnen sehr wichtig, da sie dann unter sich sind und dies auch sein wollen.
Diese Zeit unter sich gönne ich ihnen von ganzem Herzen, denn sie haben es sich verdient auch mal ohne Kind und Kegel bzw. Weiblein zu sein.

Schade nur, das die Spiele nicht immer wunschgemäss ausfallen und noch viel mehr finde ich es schade, dass manche ihre Enttäuschung darüber an anderen auslassen müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen