Mittwoch, 9. Mai 2012

Soo langweilig wenn man zum Nichtstun verdonnert wurde......

Man (Frau) glaubt ja garnicht, dass einem der Job und die tägliche Hausarbeit sooo fehlen können.

Zur Zeit bin ich im Krankenstand, da ich vor 2 1/2 Wochen den Test für ein SCS (Spinal Cord Stimulation) zu deutsch Neurostimulation begonnen habe.

Seit etlichen Jahren habe ich Rücken, mal mehr mal weniger, in letzter Zeit eher immer mehr, mit Ausstrahlung von Nervenschmerzen im Bein. Tw. sind auch Nerven mit beschädigt.
Habe schon etliche konservative Behandlungsmethoden hinter mir, die alle, wenn, nur kurzzeitig etwas brachten.
OP kommt nicht in Frage, da es sich um eine Versteifung der LWS über mehrere Etagen handeln würde. Mein Neurochirurg mir dafür jedoch nicht einmal 30% Schmerzreduktion versprechen könnte.
Das ist uns beiden zu wenig.
So bin ich denn bei meinem Schmerzdoc gelandet.
Nahm zuletzt starke Schmerzmedikamente, die ausser der gewünschten Wirkung auch unerwünschte haben.
Zum Beispiel hab ich innerhalb weniger Monate 12 kg zugenommen.
Ok bischen Speck für schlechte Zeiten kann nicht schaden war eh zu dürr, aber es frustriert unheimlich jetzt als Tönnchen rumzulaufen.

Bei der Neurostimulation wird mit Hilfe elektrischer Impulse die in Rückenmarksnähe abgegeben werden versucht den Schmerz zu überdecken.

Dazu wurden in einem kleinen Eingriff Elektroden in Rückenmarksnähe montiert an die dann noch im OP Strom gegeben wurde, damit der gewünschte Bereich (bei mir ist es das rechte Bein) genau lokalisiert werden kann. Denn nur wenn die Elektroden richtig liegen kann das gewünschte Gebiet stimuliert werden.

Seit der Kabelbefestigung teste ich nun mit Hilfe meines kleinen braunen Kasten, wie mir das rumstromern so gefällt.

An diesem Gerät kann ich die Stromstärke und auch die Impulsbreite wenn nötig verändern.

Soll nebenbei noch eine Liste zur Stimulationsdauer und ein Schmerztagebuch führen, damit dann später abgeleitet werden kann, ob und wie es mir was bringt.

Nachteil der ganzen Sache ist, dass ich erst einmal AU bin, da die Elektrode richtig festwachsen soll, damit sie nicht verrutscht, denn dann hätte ich wenn's doof läuft die Stim. nicht mehr im Bein sondern vielleicht im Arm.

Darf nicht's heben über 2,5 kg, bücken, keine Hüftdrehung, strecken, Arme über Kopf um mal das wichtigste zu nennen.
Duschen nur alle 3 Tage mit Duschpflaster, die sauteuer sind (5 Stück 25€) die keine Wundauflage haben, da ja die ganze Kabelage darunter verstaut werden muss.

Alles in allem keine schöne Angelegenheit, aber ich halte mich an die Anweisungen, denn glauben sie mir, das mit dem Elektrode legen war nicht so spassig, als das ich das demnächst noch einmal brauchen würde. Dafür weiss ich jetzt aber, wo jeder einzelne Nerv genau in Rückenmarksnähe verläuft. Hat ja auch was.

Das Ergebnis bis jetzt ist eine Schmerzreduktion der Nervenschmerzen im Bein. Das Medikament für diese Schmerzen konnte ich schon komplett absetzen.
Die Schmerzen im Rücken sind bisher gleich geblieben.

Tja und nun muss ich hier noch ein paar Tage rumkriegen, bevor ich hoffentlich auch noch im Arbeitsalltag testen darf, das ist mir an der ganzen Sache sehr wichtig, denn im Ruhezustand hab ich sowieso immer schon weniger Schmerzen gehabt.

Aaaaaaaaber, Frau S. ist ja ein unruhiges Bündel und braucht Action.
Ich kann nicht still sitzen und nichts tun, da werd ich ganz hibbelig. Hab mir bewusst keinen Bürojob nach der Kinderpause sondern einen, wo ich anpacken muss ausgesucht. Das ist zwar anstrengend, aber ich bin nach meinen 6 Stunden täglich glücklich.
Brauch immer etwas in den Händen, daher hab ich ja auch das stricken als mein liebstes Hobby und wenn ich das nicht mache dann spinn ich mit dem Rad oder häkle oder schreibe neuerdings Blog.

Die Hände darf ich ja bewegen.

Was freu ich mich, wenn ich dann in ein paar Tagen wieder loslegen darf und die Bude dann wieder blitzt und blinkt.
Nicht das der Herr S. das nicht übernehmen würde, aber sie kennen das ja, man hat so gewisse Ansprüche.



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