Freitag, 23. November 2012

4 Monate SCS....

Heute vor 4 Monaten war mein großer Tag.

Endlich nach langem Warten und testen wurde nun auch der Rest und damit das Herzstück meines Neurostimulatorsystems eingebaut.

Ich war das 3. Mal in 3 Monaten dafür in der Klinik.

Der Generator sitzt in einer Hauttasche im Unterbauch und ist leicht zu ertasten. 
Abgesehen davon werden mich die 5 cm lange Narbe dort, eine ebenso lange im Rücken und eine kleinere in der Lende, die alle so langsam verblassen daran erinnern.

Bekommen habe ich es wegen chronischer Nervenschmerzen entlang der Außenseite meines rechten Beines, die verursacht werden durch diverse Schäden und Nerv Bedrängung in der Lendenwirbelsäule.

Lange Jahre hatte ich mal mehr mal weniger aber immer Rückenschmerzen.
Ende 2009 erwischte es mich so stark, dass ich zeitweise sogar Ausfälle beim gehen hatte und ein taubes Bein.

Ein MRT der LWS zeigte einen Bandscheibenvorfall und andere Schäden.

Von Anfang an habe ich alles mögliche an Konservativen Maßnahmen versucht und mit Hilfe eines Top Physiotherapeuten, zwar langsam aber doch Fortschritte gemacht.

Dann warf mich ein zweites Mal wieder ein schwerer Rückfall zurück.

Ich habe mehr Ärzte kennengelernt, als es mir lieb war.
Hab unzählige Spritzen, Physiotherapie, Facetten Blockaden und Medikamente bekommen.

Nach fast einem Jahr bin ich auf einen Neurochirurgen gestoßen, bei dem ich endlich das Gefühl hatte in guten Händen zu sein.
Mit ihm zusammen habe ich nochmals Therapien versucht.
Er war es, der mir ehrlich sagte, dass er nicht operieren möchte, bevor nicht auch noch ein Schmerztherapeut die Geschichte kennt, da es so gut wie keine Möglichkeit gebe mir mit einer Op die Schmerzen zu nehmen.

So kam ich zum zweiten, besten und ehrlichen Doc.
Mein Schmerztherapeut.

Es war bereits 2011.
Mit ihm versuchte ich eine weitere Medikamentenumstellung und eine Schmerzkatheter Behandlung im September 2011.

Während dieser Woche damals lernte ich, dass es Menschen gibt, denen es noch schlechter geht und fand, dass ich doch gar nicht so schlimm dran bin. Ich fand eine Mail-Freundin, mit der ich heute über ein Jahr später immer noch in Kontakt stehe.

Nachdem der Schmerzkatheter nichts brachte wurde auch noch eine Facettendenervierung auf 3 LWS Etagen beidseitig gemacht, die mir trotzdem nicht Beschwerdefreiheit brachte.
Ich bekam noch stärkere Schmerzmittel und ein Neuroleptikum.
Nach Höherdosierung beider Mittel hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, damit zurechtzukommen. Die Schmerzen waren zumindest solange die Medikamente wirkten gut gedämpft.

Im Februar 2012 rutschte erneut an gleicher Stelle wieder Bandscheibenmaterial vor, das nun noch mehr die Nerven einengte und noch stärkere Schmerzen brachte.
Wieder Physiotherapie kombiniert mit Akkupunktur diesmal in der Smerzpraxis und starke Spritzen.
Ich hatte allmählich die Nase gestrichen voll.
Langsam nahm ich vom Neuroleptikum sehr zu.

Das steigerte sich bis zuletzt auf 12 kg mehr, seitdem ich begonnen hatte es zu nehmen. Das war zuviel, denn auch das ist schädlich für den Rücken.
So entschied ich mich für das SCS, das mir der Doc schon vorgestellt hatte.

Mein Doc wollte nun noch einmal die Meinung des Neurochirurgen hören, der mich zu ihm geschickt hatte.
Der sagte mir ehrlich und deutlich, dass er mir mit einer entsprechenden Neurochirurgischen Operation an der Bandscheibe und drumherum nicht einmal 30% weniger Schmerzen bringen könnte.
Abgesehen davon würde nur eine einzige OP nicht reichen, sondern es müssten mehrere sein.
Das hatte mich echt erschüttert...

Ich solle mir unbedingt das SCS einbauen lassen.

Bluttests und Nervenmessungen wurden gemacht, die übrigens eindeutig Schädigungen des Nerven der für das schmerzende Bein verantwortlich ist zeigten.

Sprich sozusagen deckten sich die Testergebnisse und Messungen mit meinem genannten Schmerzbild.

So begann Ende April 2012 für mich die Testphase.
Ich checkte in der Klinik ein und hatte am selben Tag die Op, in der die Testelektrode an den richtigen Ort in Rückenmarksnähe geschoben wurde.
Während der Op musste ich wach sein, denn ich sollte sagen, ob der Richtige Ort gefunden wurde. Keine sehr angenehme Sache, aber es musste sein.

Der restliche Aufenthalt war sehr angenehm.

Einige Wochen später wurde die feste Elektrode geschoben und das Kabel nach vorne in Bauchnähe entlang der Lende getunnelt.
In dieser Op konnte ich die zweite Hälfte verschlafen.
Das war die schmerzhafteste Sache, bei der ich einen Tag komplett irre Schmerzen hatte und dementsprechend stärkste Schmerzmittel bekam, die mich fast alles verschlafen ließen.

Dann war mein großer Tag, an dem ich endlich alles innen im Körper eingebaut bekommen hatte in Vollnarkose.

Mit einer Fernbedienung stelle ich nun die Stimulation aus und an oder verstelle ihre Stärke.
Die Nervenschmerzen im Bein sind mit diesem System komplett in Schach gehalten und weg.
Ich komme super damit zurecht.

Seitdem ich das Neuroleptikum abgesetzt habe, also seit 4 Monaten, habe ich stetig abgenommen und bin nun meine 12 kg zuviel auch wieder los.

Die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule sind nicht weg, das war aber vorher klar, daß ich die Opioide dafür noch brauche.

Wenn ich wollte könnte ich mir auch in die LWS eine Elektrode unter die Haut gegen die Schmerzen im Rücken setzen lassen, noch will ich aber nicht.
Mit meinem Doc stimme ich überein, daß ich es solange es noch mit Medikamenten geht, es so versuchen will.
Die Weiterentwicklung auf diesem Gebiet verläuft rasant, das kann einem nur zu Gute kommen.

Ich bin so froh zur richtigen Zeit auf die 2 richtigen Ärzte getroffen zu sein.
Froh in all dieser Zeit nie aufgegeben zu haben.
Gekämpft zu haben für ein Stück mehr an Lebensqualität.

Am meisten freut mich aber einen so kompetenten Neurochirurgen an meiner Seite zu haben, der nicht aufgibt und mich im Stich lässt.

Und natürlich einen so engagierten Schmerzdoc, der immer für mich da ist, der neue Wege in der Schmerztherapie beschreitet, der Patienten die Schmerzmittel nicht vorenthält, die notwendig sind um ein Stück weit mehr Lebensqualität zu haben. Der mich entscheiden lässt, wann ich welche Therapien möchte, der mich ernst nimmt und der vor allem auch meine Familie mit einbezieht.

Ein Arzt, der noch Mensch geblieben ist, trotz der Hektik und dem Stress den der Alltag in der Praxis und in der Klinik mit sich bringt.
Danke Doc! :-) :-) :-)

Mittwoch, 21. November 2012

Geschenk...

Noch eine Tasche, wer hätte das gedacht.

Gestern schnell gezaubert.
Stoff lag schon zugeschnitten bereit.

Trageband kann mit Cam Snaps verkürzt werden, damit auch mal die kurz Variante getragen werden kann.

Ansonsten aus Stoffen, die hier schon gezeigt wurden.




Dienstag, 20. November 2012

Neue Tasche...

Neulich zeigte ich ja im Post mein zweites Taschenbuch.

Daraus nähte ich diese....nette Tasche.

Außen schwarzer Filz, innen der Rest vom Dirndlstoff aus dem ja schon ein Rock entstand.

Ganz einfacher Schnitt und wirklich schnell zu nähen.
Ich habe für mich noch die Ausstattung mit Baumwollstoff und wieder vielen Extrataschen innen gewählt.

Außerdem hab ich schon die Godies für meine Kollegen und Kolleginnen fertig, zu Weihnachten. Naja, zumindest die eine Hälfte, die andere bald.

Ich staune über mich selbst, dass ich so früh dran bin dieses Jahr.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Geschenke für die Kinder weniger Zeitaufwand in der Beschaffung benötigen, da es ja nur kleine(große) Wünsche sind.

Was die Verwandschaft dieses Jahr bekommt, da muss ich noch überlegen.

Auf jeden Fall hab ich festgestellt, dass es ruhiger wird, je mehr man im Job eingespannt ist.
Als ich noch nicht gearbeitet habe, da hab ich immer ein Heckmeck und Stress gemacht um das Weihnachtsfest.

Nun bin ich ganz relaxt, da ich weiß, dass wir als Familie zusammen schmücken, Plätzchen backen, mit den Kids gemeinsam einen Weihnachtsbummel machen und dabei ihre Geschenke und die der anderen besorgen.

Außerdem ist schon ein Adventswochenende in einer Stadt in der JUFA gebucht.
Vor ein Paar Jahren haben wir damit angefangen immer im Advent eine Stadt mit einem schönen Weihnachtsmarkt zu besuchen.
Dort auch von Freitag bis Sonntag zu übernachten.
Ich freu mich einfach über diese Zeit.

Der Winter ist eh meine liebste Jahreszeit.
Ich mag es, wenn es kalt ist, die Bäume den Blick in den Himmel wieder freigeben. Wenn man von draußen in die warme Stube kommt.
Wieder mehr mit den Katzen zu kuscheln, weil die natürlich auch lieber drin sind. Noch mehr gemütliche Stunden am Spinnrad verbringen.

Lange Spaziergänge und die Freude danach auf Lebkuchen, Plätzchen , Tee oder auch mal Glühwein.
Das Strickzeug in der Hand und ein schöner Film im Fernsehen.




Dienstag, 13. November 2012

Fertig...

Nach langen, langen Wochen bin ich nun endlich fertig mit meinem grauen Pulli aus Filisilk.

Übrig geblieben ist von den 2 Strängen, die ich verarbeitet hab nur ein kleines Häuflein.

Die Wolle ist zu kostbar um da welche zu vergeben.


Irgendwie hat es sich hingezogen wie Kaugummi.
Trotzdem bin ich nun fertig und freue mich über meine Kostbarkeit.





































Die letzten Wochen waren irgendwie stressig, obwohl eigentlich nichts anstand.

Jetzt wirds ruhiger und so langsam freue ich mich auf diese gemütliche Zeit.

Wir werden Plätzchen backen. Glühwein und Punsch trinken.
Das große weiße Haus schmücken.

Aber von allem ein wenig weniger, dafür schöner.
Die Weihnachtsgeschenke sind in Fertigung und Ideen werden hin und her geschoben.

In meinem Nähzimmer sind einige neue Dinge eingezogen, über die ich mich sehr freue.

Der zweite Teil des Taschenbuchs
100 neue Garnrollen
Das restliche Material für meinen Wintermantel 

Cam Snaps, die ich in so vielen Blogs schon bewundert habe .


Allein die Zeit fehlte mir die letzten Tage.An meine Grenzen bin ich jahrelang gegangen, das mache ich nun nicht mehr.
So bleibt zugeschnittenes liegen und wartet auf einen anderen Tag.

Neue Stoffe müssen gekauft werden und ganz sicher werde ich noch dieses Jahr mehr mit der Strickmaschine arbeiten.

Aber alles nach und nach.

Sonntag, 4. November 2012

Vor Angst umgedreht...

Diese Woche war meine Schwester mit ihrem Mann und der kleinen Tochter zu Besuch bei uns.
Sie wohnen am anderen Ende des Landes und daher sehen wir uns nicht so oft. Noch dazu hatte ich ja dieses Jahr den Einbau des Neurostimulators und durfte daher auch nicht so lange sitzen um dort mal hin zu fahren.
Mein Schwager hatte auch eine schwere Krankheit, die er jetzt erst mal hinter sich hat.


Am Donnerstag war hier Feiertag und da die Berge immer Interessant sind, beschlossen wir die Partnachklamm zu besuchen.
Sie liegt in Garmisch-Partenkirchen in der Nähe der Olympia Skischanzen.

Hin und Zurück fuhren wir mit der Bahn mit dem Bayern-Ticket.
Sehr enttäuscht war ich davon, dass ja eigentlich Kinder bis 15 Jahre Kostenlos sind bei diesem Ticket, sobald man aber welche mitnimmt benachteiligt ist.
Wir 4 Erwachsenen hätten ohne Kinder 36 € bezahlt.
Mit Kindern mussten wir aber 52 € bezahlen.


Grund:
Ganz einfach sobald man Kinder dabei hat dürfen nur noch 2 Erwachsene pro Ticket fahren, das 22 € + 4 € a 1 Erwachsener kostet, jeder weitere Mitfahrer bis zu 5 Erwachsene 4 €.

Da wir nun 4 Erwachsene und 3 Kinder waren, mussten wir also 2 Mal ein Ticket a 26 € nehmen.
Ich finde ein Grund dieses Ticket mit Kindern einfach nicht zu nutzen, da sie ja doch versteckt zahlen müssen, sobald man nicht mehr als nur 1 Familie unterwegs ist.

Der Hammer allerdings war der Schaffner im Zug, der uns doch erzählen wollte, dass wir nur für uns hätten zahlen müssen, der kannte doch glatt die Bedingungen dieses Tickets nicht. Brachte sogar noch einen Prospekt, in dem wir ihm zeigen mussten wo die Regelung steht.

Nichtsdestotrotz haben wir uns den Tag nicht vermiesen lassen und sind bei wunderbarstem Sonnenschein zur Olympia Skisschanze gewandert.


Anschließend weiter zur Partnachklamm. 
Was uns dort erwartete hätten wir nicht gedacht.
Alle Bilder im Internet sahen so harmlos aus.

Pure Angst. 

Durch diese Schlucht mit dem tosenden Wasser in ca. 20 Meter Tiefe hindurchzugehen.
Der Weg hindurch ist sehr schmal und die Abgrenzung zur Schlucht besteht nur aus einem dünnen Stahlseil.
Immer wieder gibt es Kurven und dunkle Tunnel und Wasser tropft über einem herunter. Es kommen Leute entgegen und man weiß nicht wohin.

Nach 100m von ca. 800m war Schluß.
Die Angst ließ uns die Beine zittern und wir wollten und konnten nicht weiter gehen.

Wir drehten um und erfuhren an der Kasse, dass wir noch hätten über eine 60 m Hohe Brücke gehen müssen, wären wir weitergegangen.
Spätestens hier hätte die Bergwacht dann 5 von uns abholen müssen, weil sicher keiner vor oder zurück gegangen wäre.






Ich denke dies war meine letzte Reise in steile Berge.
Nach einem Essen im Lokal beim Skistadion sind wir wieder heimwärts gefahren und waren gegen 22:00 Uhr müde daheim.