Freitag, 15. Mai 2015

Austausch...

Vor ein paar Wochen zeigte mir die Fernbedienung meines eingebauten Neurostimulators an, dass ich mich mit meinem Arzt in Verbindung setzen müsse, da der interne Akku des Generators fast erschöpft sei. Ein Anruf und ein Termin am nächsten Tag gaben Gewissheit.

Puh, das hieß dann Austausch.
Bis das passierte dauerte es noch ein paar zittrige Wochen, in denen ich hoffte, das der Akku wenigstens noch bis zum Termin hielte, damit ich nicht unter Nervenschmerzen leide. Das tat er zum Glück.

In Absprache mit meinem Doc und Technikern eines anderen Anbieters wurde dann entscheiden auf ein anderes System umzustellen.
Das neue System arbeitet mit Hochfrequenz und kann in diesem Bereich bei optimaler Einstellung auch die bestehenden Rückenschmerzen mit abdecken.

Ein Neurostimulator besteht meist aus Elektroden, die in Rückenmarksnähe geschoben werden und im Körper mit Kabeln an einen kleinen Generator verbunden sind. Mit PC können dann von einem Techniker von außerhalb die gewünschten Parameter eingestellt werden und vom Patienten in der Intensität und in verschiedenen Programmen umgestellt.
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In einer ersten OP wurden dann die 2 alten jeweils 4-poligen Elektroden entfernt und dafür 2 jeweils 8-polige Elektroden eingesetzt. Diese wurden mit einem Testgerät außerhalb des Körpers verbunden. Der Test ist vor allem deshalb Notwendig, weil die Patienten entscheiden müssen, ob und inwieweit das ganze etwas gegen bestehende Schmerzen bringt, bevor solch ein System komplett eingesetzt wird. 
Ich für meinen Teil konnte schon nach sehr kurzer Zeit sagen, dass dieses System mir definitiv etwas bringt, da damit der Rückenschmerz im Laufe der Einstellung komplett verschwand.

Wie ich ja neulich schon schrieb, ich war zum ersten Mal seit Jahren mal ohne "Rücken" bummeln.

Auf den Tag genau, 2 Wochen später wurde in einer zweiten OP dann der alte Generator entfernt und der neue eingesetzt, Kabel verbunden, fertig.

Alles in allem nicht so fix wie beschrieben und mit mehrtägigen Krankenhausaufenthalten und auch Schmerzen verbunden, aber für das Ergebnis allemal wert.

Ich kann definitiv nun nach fast 5 Wochen seit der ersten OP sagen, dass ich eine Verbesserung der Situation um einen riesigen Schritt gemacht habe.
Gerade bin ich dabei die BTM die ich gegen die Rückenschmerzen nehmen musste, um etwas Lebensqualität zu haben und überhaupt am Leben teilzunehmen, langsam abzusetzen.

Die Narben der OP's werden langsam verblassen und wenn das tägliche laden des Generators nicht wäre würde ich kaum merken, dass ich ein SCS implantiert habe.

Ich bin wirklich sehr, sehr froh in meinem Schmerzdoc, nach damals langer Suche, jemanden gefunden zu haben, der mich und meine Schmerzen ernst genommen hat und wirklich alles daran gesetzt hat mir zu helfen oder die Situationen noch zu verbessern. Einen solchen Arzt gibt es selten, der einem auf Augenhöhe begegnet und der sich wirklich für seine Patienten einsetzt. Ich kann es nicht oft genug sagen. Danke Doc. ;)

Das schlimmste, was einem Schmerzpatienten passieren kann, ist nicht ernst genommen zu werden, bzw. ungenügend mit Schmerzstillenden Maßnahmen, egal in welcher Form, abgespeist zu werden.
Leider gibt es immer noch viel zu viele Ärzte, die ihre Patienten nicht ernst nehmen oder ungenügend Medikamentös grade im Schmerzbereich abdecken, obwohl sie wissen, was dies anrichten kann. Als Beispiel nur mal erwähnt Schmerzgedächtnis


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